Bausteine für eine
familienfreundliche Schule
In Kooperation mit:
Erwerb sozialer Kompetenzen / Einbindung der Schülereltern
Durch veränderte Gesellschafts- und Familienstrukturen, persönliche Belastungen, differierenden kulturellen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler kommt unserer Schule, neben der Wissensvermittlung, verstärkt die Aufgabe der Erziehung unserer jungen Menschen zu. Wir stellen uns dieser Aufgabe und helfen den Schülerinnen und Schülern, sich selbst gegenüber, anderen und der Schulgemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Die Vermittlung und das bewusste Vorleben von sozialen Kompetenzen sind für uns sehr bedeutsam.
Unser Projekt verknüpft insofern das soziale Miteinander und die aktive Einbindung der Schülereltern unter dem Dach „Bündnis für Familien – familienfreundliche Schule“. Nur in intensiver Zusammenarbeit mit den Eltern kann es uns gelingen, diese sozialen Kompetenzen zu entwickeln. Wir streben deshalb ein enges, offenes und vertrauensvolles Zusammenwirken mit den Eltern an und ermutigen diese, sich am Schulleben aktiv zu beteiligen und einzubringen. Viele Eltern, gerade die mit einem Migrationshintergrund, scheuen sich aus unterschiedlichen Gründen, unsere Angebote wahrzunehmen. Wir versuchen deshalb einerseits, die Hemmschwellen für unsere Eltern möglichst niedrig zu halten, andererseits, vorhandene Defizite im Sozialverhalten unserer Kinder und Jugendlichen zu kompensieren.
Zu Beginn jeden Schuljahres bekommen die Eltern einen Elternbrief mit der Ermunterung zur aktiven Mitgestaltung des Schullebens, im Lauf des Schuljahres folgen weitere Elternbriefe zu den unterschiedlichsten Anlässen.
Die eigentliche Elternarbeit beginnt mit der Wahl des Klassenelternsprechers und des Elternbeirats. Hier ist ein Abnehmen der Bereitschaft, sich an dem Schulleben des Kindes zu engagieren wahrnehmbar. Trotz der bei Elternabend bzw. Elternbeiratssitzungen immer wieder gegebenen Möglichkeit sich einzubringen bzw. Ideen oder Vorschläge kundzutun, ist die Zahl der aktiven Eltern momentan klein; bisherige Versuche, Eltern mehr in unsere Schule einzubinden, haben gezeigt, dass die Resonanz seitens der Elternhäuser, sich mit schulischen Belangen zu beschäftigen, eher gering ausfällt.
Während des Schuljahrs kommt es allerdings sehr häufig zu individuellen Elterngesprächen mit der Schulleitung, den Schulsozialarbeitern und den Lehrkräften, die seitens der Schule initiiert werden.
Mit Einladungen zu Veranstaltungen wie Musical, Film oder Theater wird den Eltern zusätzlich die Möglichkeit geboten, kulturelle, von den eigenen Kindern durchgeführte, Projekte im Zusammenhang mit der Schule wahrzunehmen.
Die Elternarbeit im Ganztagesbetrieb wird durch die Vorstellung des Ganztagesbetriebes seitens der Schüler am Elterninformationsabend zusätzlich gefestigt.
Auf dem in den Startlöchern stehenden Projekt, „NEST“ (Nürnberger Elternbüro Schulerfolg und Teilhabe) liegt seitens der Preißler-Schule aus den genannten Gründen daher viel Hoffnung. Es wurde bereits Kontakt mit den Projektverantwortlichen aufgenommen, um bei kommenden Elternbriefen keine Überschneidungen bzgl. der Abfrage von Elternkompetenzen zu produzieren. Mit Hilfe der Abfrage seitens der Schule ist geplant, bei zukünftigen Aktionen an der Schule, wenn möglich, Fähigkeiten der Eltern einzubeziehen und somit den Bezug der Elternhäuser zur Schule Ihrer Kinder zu vergrößern bzw. überhaupt entstehen zu lassen.
Für das kommende Schuljahr ist vor diesem Hintergrund geplant, den ersten Elternabend mit dem attraktiven Angebot: Informationen rund um Bildungsgutscheine und den Nürnberg-Pass mit einem Referenten des Sozialamtes zu starten, um den Besuch des Elternabends den Angesprochenen schmackhaft zu machen.
Projekt „Grundkurs Kinderbetreuer“
Das Angebot zur Ausbildung von Kinderbetreuern war ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zu unserer familienfreundlicheren Schule. Eltern konnten häufig nicht an Elternabenden oder sonstigen schulischen Veranstaltungen teilnehmen, weil sie niemanden für die Aufsicht der kleineren Geschwister hatten. Wir bildeten deshalb unter fachkundiger Anleitung geeignete Schülerinnen und Schüler aus, die an mehreren Vormittagen in folgenden Bereichen ausgebildet wurden.
- Spiele und Beschäftigung für Kinder
- Erste Hilfe für Kinder
- Entwicklungspsychologie des Kindes.
Die Schülerinnen und Schüler nehmen mit viel Freude, Engagement und Zuverlässigkeit seither Aufgaben wahr.
Dieses Angebot wird mittlerweile von den Eltern dankend angenommen, die Akzeptanz schulischer Angebote, beispielsweise Elternsprechabende, wurde durch diese Maßnahme erhöht.
Elterninformationsabend
Einen weiteren Elternabend mit dem Thema „zu viel Arbeit – zu wenig Zeit“boten wir den Eltern in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienstan.
Hier bereiteten sich im Vorfeld die Referentin mit konkreten Tipps und Anregungen vor, der Jugendmigrationsdienst stellte die wichtigen Angebote aus ihrer Einrichtung für die Eltern zusammen. Leider fand der Elternabend trotz intensiver Werbung und einer persönlichen schriftlichen Einladung an die Eltern nicht das erhoffte Interesse. Wir lassen uns dadurch aber keineswegs entmutigen und gehen unseren Weg weiter. Beide Projekte sollen deshalb auch im nächsten Schuljahr weiter intensiviert und ausgebaut werden.
Projekt „Erwerb sozialer Kompetenzen - konkret“
Im Schuljahr 2006/07 fand zum ersten Mal eine Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst des Caritasverbandes Nürnberg e.V. und Studierenden der Evangelischen Hochschule Nürnberg statt. Die positiven Ergebnisse und Erfahrungen ließen eine Idee reifen: Die Zusammenarbeit wird über mehrere Jahre hinweg ausgebaut und institutionalisiert. Die Kooperation sollte nicht nur auf eine Klassenstufe begrenzt sein, sondern die ausgearbeiteten Bausteine in Form von praktischen Übungen unter Einbeziehung der Studierenden sollten die Schüler von der 5. bis zur 9. Klasse begleiten.
Im Schuljahr 2007/08 begannen wir in der Jahrgangsstufe 5, mittlerweile sind wir bereits in der 8. Jahrgangsstufe angelangt. Eine kontinuierliche und nachhaltige Arbeit mit unseren Schülern ist damit sicher gestellt.
Nach wie vor ist unser Ziel, mehr Eltern in diesen Prozess einzubinden.
Wichtig ist dabei für uns, dass die Grundlage für den „Erwerb sozialer Kompetenzen“ gerade in der 5. Klasse gelegt werden muss, hier waren und sind sich beide Seiten einig. Der Erfolg, die Freude und viele Erkenntnisse der Schüler nach den einzelnen „Sequenzen“ gaben und geben dem Team Recht und Motivation für kommende Schuljahre, in diesem Sinne werden wir das Projekt weiterführen.




In diesem Schuljahr wurde zusätzlich das Modul „Soziales Kompetenztraining für Schülerinnen und Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe“ durch unsere Ganztagesklasse 7g wahrgenommen. Die beiden Referentinnen waren kompetent und engagiert bei der Sache. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern waren durchweg positiv.
„Zwischen Plärrer und Stadtgrenze“
Bildungsorte – Bildungstouren – Bildungstag
Im April nahm die Schule, vertreten durch den Schulleiter und die beiden Jugendsozialarbeiter sowie eine Praktikantin, das Angebot wahr, einen Vormittag lang Einrichtungen und Institutionen des Stadtteils kennenzulernen. Der Schulleiter stellte unsere Schule vielen Interessierten aus den Institutionen unseres Stadtteils vor, hierbei wurden weitere Kontakte geknüpft, im Anschluss in Workshops die Möglichkeiten einer besseren Vernetzung zu erörtern. Abgerundet wurde die Tagung durch eine Podiumsdiskussion hochrangiger Vertreter u.a. aus Kultur, Schule und Sozialem. Der Tag war sehr anregend, die weitere Fortführung von Kooperationen bzw. Verzahnung von Einrichtungen wird von uns nicht zuletzt durch ständige Präsenz in Stadtteilarbeitskreisen unterstützt und manifestiert.
Kooperationen mit Partnern wie z.B. Jugendhäusern und Jugendtreffs, der Caritas, TIM e.V. , der ev. Kirche Bayern, der Polizei, Parabol, NWA e.V., dem Amt für Kultur und Freizeit uvm. sind zum Teil bereits seit längerem feste Bestandteile des Schullebens und zeigen die Bereitschaft der Schule, sich nach außen hin zu öffnen und als fester und wichtiger Bestandteil des Stadtteils wahrgenommen zu werden.


